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Siwa Oasis Ägypten Die Oasen Ägypten

 
Seitdem für die Oase Siwa und für die Oase Bahariya keine Genehmigungen erforderlich sind bietet sich ein Ausflug in die Wüste an. Anreise mit dem Bus bis Alexandria, dort Anschluss 2x tägl. nach Siwa od. ab Marsa Matruh (07:00 u. 14:00 Uhr). Fahrzeit ab Alexandria ca 7 h, ab Marsa Matruh 4 ½ h. - Die Oasengruppe Siwa liegt in einer Senke, ca. 20 bis 30 Meter unterhalb des Meeresspiegels rund 600 km westlich von Kairo. Rund 200 warme Quellen erlauben an einigen Orten sogar das Baden - allerdings ist das Wasser der neuen Seen aufgrund des hohen Salzgehaltes nicht für die Landwirtschaft verwendbar.
Nichtsdestotrotz wachsen auf etwas höher gelegenen Flächen rund 250.000 Dattelpalmen und 40.000 Olivenbäume.
Die Oase ist 82 km lang und zwischen 2 und 20 km breit. Außer dem Hauptort Siwa sind noch einige Dörfer (Aghormi, Abu Shrouf, Kamesa, Balad Alroum und Bahi Eldien) und Militär Stationen in der Oase verstreut. Die großen Gärten und Plantagen die Siwa durchdringen bestehen vor allem aus 300.000 Dattelpalmen und 70.000 Olivebäumen. Gleichzeitig werden aber auch Gemüse, Orangen, Aprikosen, Feigen, Trauben und andere Agraprodukte für den lokalen Verbrauch angebaut. Die Geschichte der Oase läßt sich bis in die 18. Dynastie (1500 v. Chr.) zurückverfolgen, denn der Haupttempel, geweiht dem Gott Amoun, und die Sprüche seines Orakels wurden weit über die Grenzen des Reichs der Pharaonen bekannt. Auch Alexander der Große nutzte Macht und Einfluss des Orakels und ließ sich in Siwa zum Pharao krönen.
Da der Ort sich häufig den Überfällen räuberischer Beduinen ausgesetzt sah wurden die Häuser sehr eng und - mangels Erweiterungsmöglichkeiten - bis zu acht Stockwerke hoch gebaut und mit einer Festungsmauer umgeben. Nachdem 1926 verherrenden Dauerregen, Regen ist eigentlich in Siwa nahezu unbekannt, wurde Shali ("Alt-Siwa") zugunsten moderner Häuser aufgegeben.
Die Oasengruppe bietet Unternehmungslustigen einiges: Das Museum in Siwa bietet eine kleine Übersicht über die Geschichte der Oase, vor allem dem Freund von Textilien wird hier einiges geboten. Die beste Aussicht in Siwa hat man vom östlich gelegenen Berg Gebel Dakrour. Vom Marktplatz im Ort Siwa – südöstlich wegführende Straße – erreicht man den Berg nach etwa 3 km. Auf die Spitze führen einige deutlich sichtbare Pfade (denen man wegen der Überhänge folgen sollte), von oben schweift der Blick über die Palmenhaine, die stillen Seen, die Zeugenberge und im Süden auf die Dünengebirge des Großen Sandmeeres (siehe Seite ), das vor den Toren Siwas beginnt. Der Gebel Dakrour ist der höchste der Zeugenberge innerhalb der Oase, der Blick von oben – besonders stimmungsvoll bei Sonnenuntergang – einer der Höhepunkte des Besuchs. Im Herbst, in der Vollmondzeit im Oktober, findet am Gebel Dakrour ein dreitägiges Fest statt, das Versöhnungsfest, bei dem Streit des vergangenen Jahres beigelegt werden soll. Von den Familien wird Brot gesammelt, mit heißer Fleischbrühe übergossen und dann gemeinsam mit den Freunden verzehrt. Ansonsten lagert man in den normalerweise leerstehenden Hütten und Häusern am Dakrour und unterhält sich. Das Fest ist zu einer kleinen Touristenattraktion geworden, einige hundert Besucher strömen herbei und sorgen für manchmal wohl nicht so gern gesehene Abwechslung.
Auf der "Rückseite" des Dakrour, also der Siwa abgewandten Seite, wurde eine knapp 1000 m tiefe Bohrung gelegt (neben Ain el Milouk), aus der Mineralwasser der Marke Siwa gewonnen wird (angeblich die beste Qualität). Die zugehörige blaue Fabrikhalle am Rand des Sandmeeres paßt optisch ganz und gar nicht an diese Stelle. Eine weitere Abfüllfabrik für Mineralwasser der Marke Safi steht am Eingang zur Oase. Es gibt Pläne, am Gebel Dakrour ein Touristenzentrum mit Rheuma-Heilbad zu bauen. Seit langer Zeit gibt es übrigens bereits "Rheuma-Kliniken" hier: Im Sommer lassen sich Gichtkranke Siwi und Patienten, die sogar aus Europa kommen sollen, im heißen Sand am Fuß des Dakrour eingraben und entsprechend behandeln.
Wenn Sie von hier aus Richtung Siwa zurückgehen, sich aber rechts halten, stoßen Sie auf Cleopatras Quelle, die bereits von antiken Schriftstellern als Sonnenquelle gerühmt wurde. In einem großen kreisrunden Becken steigt eine sehr ergiebige, himmelblaue Quelle auf. Stufen führen hinunter in Cleopatras große Badewanne. Hier konnte man im warmen Quellwasser baden, aber die Seifenreste der allzuvielen Benutzer (vor allem auch Soldaten) ließen die Quelle in den letzten Jahren stark vermoosen.
Der Weg führt weiter zu den sehr bescheidenen Überresten des Tempels von Nektabenes (Umm Obayda Tempel) aus der 30. Dynastie, dessen bis zur Jahrhundertwende noch gut erhaltenes Mauerwerk damals zum Bau der Polizeistation und der Moschee verwendet wurde. Nur ein kurzes Stück weiter folgt das Dorf Aghurmi mit seinem malerischen Ruinen-Burgberg, der neben jüngeren Häuserruinen die Reste des vermeintlichen Amun-Tempels, und eine Moschee beherbergt. Der Tempel, der das berühmte Orakel beherbergte und der vermutlich der Krönungstempel Alexanders war (falls die Krönung überhaupt hier stattfand), geht ursprünglich auf die Zeit von Pharao Amasis (26. Dynastie) zurück. Das Orakel funktionierte wahrscheinlich so, daß ein Priester durch den schmalen Geheimgang (heute weitgehend verfallen) rechts des Sanktuars zu einem Geheimraum gelangte und von dort die Fragen an das Orakel belauschte, um sie dann dem Oberpriester mitzuteilen, der sie beantwortete.
Ganz in der Nähe befinden sich die Überreste des Amoun-Tempels und beim Dorf Aghurmi die Reste des vermuteten Zeus-Amoun-Tempels, der - wo wird angenommen - Krönungstempel Alexanders des Großen war. Ein schöner Ausflug in Richtung Westen- am besten Fahrräder mieten - ist der Besuch der Palmerien und Fantasy-Island, eine tatsächliche Insel am Rand der Oase im Birket Siwa, ca. 4 km vom Zentrum enfernt. In einem großen Becken läßt es sich ungestört Baden und den Sonnenuntergang genießen.
Siwa oase
Siwa war bis vor kurzem die unerreichbarste aller ägyptischen Oasen, es ist zugleich auch eine der faszinierendsten Oasen des Landes. Am Rande des großen Sandmeeres gelegen, blickt die Oase auf eine bewegte Geschichte, darunter den Besuch Alexander des Großen, der hier 331 v.Chr. das Orakel befragte. Die Oasenbevölkerung hat ihre eigene Kultur und spricht Siwi, einen Berberdialekt. Viele Frauen tragen noch heute traditionelle Kleidung und Silberschmuck, wie er im lokalen Museum im Stadtzentum zur Schau gestellt ist. Siwa ist nach wie vor einer der besten Orte um Schmuck, Teppiche, Körbe und traditionelle Kleider und Kopfschmuck mit antiken Münzen zu kaufen.
Die ursprüngliche Siedlung hieß Aghurmi, 1203 wurde dann Shali gegründet. Die Häuser waren aus mit Salz imprägnierten LehmziegeIn, sogenannten Kharsif gebaut, und die festungsartige Siedlung wuchs in die Höhe statt in die Breite. Das moderne Siwa liegt unterhalb Shali, inmitten dichtbewachsener Palmgärten, Obstbaum- und Olivenhainen, Süßwasserquelle und Salzseen. Von der verlassenen Altstadt aus haben sie einen hervorragenden Blick auf die gesammte Oase. Für Ausflüge in die Umgebung und zu den Badequellen können Sie ein Fahrrad oder einen Eselskarren mieten. Sehenswert sind unter Anderem die Gräber am Gebel Mawtaaus der 26. Dynastie und der Orakeltempel, der um 550 v. Chr. erbaut wurde. In der Nahe befindet sich ein Amuntempel und das berühmte Bad der Kleopatra, ein tiefes Becken in dem Sie baden können. Ein weiteres beliebtes Ausflugsziel ist die Insel Fatnis, auf dem Salzsee Birket Siwa.

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